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 Artikel der Allgemeinen Zeitung von Montag, 06.04.2020 
 

Das Unternehmen musste wegen des Coronavirus seine Produktion umzustellen. Geschäftsführer Sigurd Emt erzählt, was ihm Sorge bereitet und welches Produkt er noch herstellen möchte.

 

Von Torben Schröder
„E&H Design“-Geschäftsführer Sigurd Emt zeigt eine Schutzwand am Laserschneidegerät. Foto: BilderKartell/Axel Schmitz

„E&H Design“-Geschäftsführer Sigurd Emt zeigt eine Schutzwand am Laserschneidegerät. (Foto: BilderKartell/Axel Schmitz)

 

WÖRRSTADT - Auf einmal sieht man sie gefühlt überall, in den Supermärkten und Baumärkten, Arztpraxen und Kliniken. Rund 1000 Schutzwände aus Acryl hat das Wörrstädter Unternehmen „E&H Design“ in den vergangenen rund zwei Wochen gebaut. „Vieles von dem, was wir normalerweise machen, ist uns weggebrochen“, erzählt Gründer und Geschäftsführer Sigurd Emt. „Aber als alle nach diesen Schutzwänden gerufen hatten, konnten wir schnell reagieren.“
15 Mitarbeiter beschäftigt der gelernte Bürokaufmann an den Standorten in Rheinhessen und im Odenwald. „Wir verarbeiten seit mehr als 25 Jahren Kunststoffe“, sagt Emt. Doch mit einem mal war, wie bei so vielen derzeit, alles anders. Die Werbe-Displays stapeln sich förmlich im Lager des Mittelständlers. „Da ist es ganz ruhig geworden“, erzählt Emt, „wir haben Material für einen sechsstelligen Betrag, das wir nicht ausliefern können, weil die Geschäfte geschlossen sind. Da hofft man schon, dass der Kreislauf schnell wieder in Gang kommt.“ Zumal die Sorge besteht, dass so mancher Abnehmer die Krise nicht übersteht.
 
Umso wichtiger ist der Gesundheitsschutz in den Geschäften, die noch geöffnet haben dürfen – auch mit Blick darauf, dass die derzeit geschlossenen eine Perspektive bekommen. Von Eiswaffel- und Brezelhaltern bis zu den Lotto-Tippscheinständen herrscht derzeit in breiten Teilen von Emts Sortiment Flaute. Dann tat sich eine neue Nachfrage auf. „Wir sind vielfach gefragt worden, ob wir Schutzwände herstellen können“, berichtet der Gründer. Nicht zuletzt die im Zuge der Corona-Ausbreitung entstandenen medizinischen Stationen haben Bedarf an Ausstattung.
Er konnte, Personal und Maschinen waren vorhanden. Im Hause „E&H“ setzt man auf mobile Lösungen, die auf Füßen stehen und so auch einfach wieder zur Seite gestellt werden können. „Die Haupt-Schwierigkeit bestand darin, das Material zu beschaffen“, berichtet Emt, „viele Händler sind bei Acryl und Polycarbonat ausverkauft.“ Transparent sein und Schutz bieten müssen die Schutzwände. Man könne auch grafische Ideen umsetzen, doch im ersten Schwung ging es um die Kriterien schnell und praktisch.
„Niemand weiß, was Richtung Mai auf uns zukommt“, sagt Emt. Das Thema Kurzarbeit rückt näher. Denn die Schutzwände kompensieren das, was an Geschäftstätigkeit sonst weggefallen ist, nicht. „Die Mitarbeiter haben Angst, auch mir als Unternehmer kommen mal an ein, zwei Tagen Zweifel. Aber dann haben wir uns gesagt: Jetzt erst recht.“ Die Nachfrage nach den Schutzwänden flaut derzeit wieder etwas ab, aber das dürfte sich rasch ändern, wenn Lockerungen des Shutdowns in Aussicht stehen.
 
Zudem stellt sich der Wörrstädter Unternehmer in Sachen Coronavirus immer breiter auf. Seit Mitte dieser Woche werden auch Kunststoff-Schutzmasken produziert, mit Schaumpolster und Flauschband. Zudem schweben Emt spezielle Griffe vor, die man über die Handgriffe etwa von Einkaufswagen stülpen kann – eine Eigenkreation, deren Prototyp jüngst aus dem 3D-Drucker kam. Es ist eine Phase, die vielen Unternehmen zusetzt, in der aber Innovationsfähigkeit auch ihren Lohn finden kann.
„Jeder hat Angst um seine Existenz“, sagt Emt, „wir wollten erst einmal schnell für Schutz sorgen.“ Wie es weitergeht? „Einige Firmen werden leider auf der Strecke bleiben“, ist sich der Betriebsinhaber sicher, „ich hoffe, dass wir alle näher zusammenrücken und auch wieder mehr darauf schauen, wer aus der Umgebung was liefern und durchführen kann.“

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